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Böse Tage am Bodensee

Die Landsknechte waren nach dem Vorbild des Schweizer Fußvolks mit dem gut vier Meter langen Langspieß bewaffnet und auch einige Organisationsformen waren von diesen übernommen. Auf dem europäischen Söldnermarkt zählten nur die Söldner aus den Kantonen der Eidgenossenschaft zum Elitekriegsvolk, die Landsknechte, obwohl wie sie bewaffnet, mußten sich mit geringerem Sold zufriedengeben. So war eine harte Rivalität zwischen Lehrmeistern und Schülern entstanden. Im schweizer Krieg von 1499, in dem es eigentlich um die Eigenständigkeit der Schweiz gegenüber dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation ging, wurde aus dieser Rivalität ein furchtbarer Kampf zwischen konkurrierenden Söldnern. Georg erlebte einige Höhepunkte dieses Kampfes. Er war an der Seite seines Bruders Adam, Bundeshauptmann des Schwäbischen Bundes, an den Bodensee gezogen. Bei Bregenz lehrten die Schweizer erstmals einem Landsknechtsheer des Bundes das Fürchten - ein Ereignis, das als „Bregenzer Grab“ noch lange in Liedern deutscher Kriegsleute beklagt wurde. Eine Reihe weiterer Niederlagen folgte.

Georg von Frundsberg erkannte damals sehr wohl die Schwäche des eigenen Fußvolks. Es fehlte an einheitlicher Ausrüstung und Organisation. Die Befehlskompetenzen waren ungeklärt, Anwerbung und Finanzierung lagen im Argen. Dennoch entschloß er sich selbst Landsknecht zu werden. Wenige Monate nach dem Friedensschluß zwischen Reich und Eidgenossen finden wir ihn in einer Söldnerarmee des Mailänder Herzogs Ludovico Sforza - der schwäbische Junker als Landsknecht neben schweizer Kriegsleuten, also Schulter an Schulter mit den ehemaligen Feinden. Im Bayerischen Erbfolgekrieg 1504 befehligte er bereits als Hauptmann ein Fähnchen Fußknechte der Reichsstadt Memmingen. Als solcher fällt er König Maximilian I. auf, der ihn nach dem Sieg am Wenzenberg bei Regensburg auf dem Schlachtfeld zum Ritter schlägt.