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Der schwäbische Junker

Für Georg von Frundsberg als den jüngsten der neun Frundsbergsöhne war eine Zukunft als Kriegsmann und Söldner beinahe schon von der Wiege an vorhersehbar, hatte er doch keine Aussicht auf Übernahme der Herrschaft. Georg wurde 1473 auf der Mindelburg in Schwaben geboren. Sein Vater Ulrich stammte aus einem angesehenen Tiroler Adelsgeschlecht. Sechs Jahre vor Georgs Geburt hatte er den namensgebenden Stammsitz der Familie, Frundsberg über Schwaz im Inntal, und die gleichnamige Herrschaft verkauft und von seinem Schwager Ber II. von Rechberg Schloß und Herrschaft Mindelheim erworben. Hier wuchs Georg auf, hier wurde er zum jungen Herren, zum „Junker“ erzogen.


Georg war 18 Jahre alt, als er in seinen ersten Feldzug ritt. Im Frühjahr 1492 sammelte der Schwäbisch Bund, die mächtigste Landfriedensorganisation im Süden des Reiches, ein Heer auf dem Lechfeld, um damit von Herzog Albrecht IV, von Bayern-München die Rückgabe der Reichsstadt Regensburg zu erzwingen, die dieser für sich beanspruchte. Dieser Feldzug endete, ehe er begonnen hatte, denn Herzog Albrecht war angesichts der zahlenmäßigen Überlegenheit der Bundestruppen rasch zum Nachgeben bereit. Dennoch spielten die Tage im Feldlager eine wichtige Rolle im Leben Georgs. Hier erlebte er erstmals das Fußvolk der Landsknechte: sein buntes, phantastisch-groteskes Erscheinungsbild, seine frühdemokratischen Organisationsformen mit Gemeindeversammlungen, gewählten Vertrauensleuten und eigener Gerichtsbarkeit, aber auch seine Unarten wie Trunksucht, Glücksspiel und Prostitution.