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Die Gemein als Gewerkschaft

Wie ein Unternehmer trug er aber auch das Risiko. Würde der Feldzug erfolgreich sein? Würde sein Kriegsherr der Kaiser, bezahlen können? Würden die Knechte auch ohne Sold marschieren und stürmen? Seine Söldner standen ihm nämlich als Gesamtheit, als die „Gemein“ wie eine Gewerkschaft gegenüber. Ihre gewählten Sprecher, die „Amissaten“ vertraten die Interessen der Knechte, ihre Forderungen mußte er erfüllen oder geschickte Kompromisse erreichen. Wenn sie ihm den Gehorsam versagten, gefährdeten sie den Erfolg des Kriegsherrn, aber auch Georgs eigenen. Er gehörte zu den wenigen Obristen, die es immer wieder schafften ihre Männer bei der Stange zu halten.


Als Georg 1527 bei Bologna in diesem Bemühen scheiterte, bedeutete dies seine persönliche Katastrophe. Er konnte es nicht verkraften, daß diejenigen, die er in seinen Ansprachen stets „Söhne“ und „Brüder“ nannte und die ihm als „Vater“ schon beinahe Verehrung entgegenbrachten, nun „Geld, Geld“ brjüllten und die Spieße gegen ihn fällten. Ein Hirninfarkt warf ihn aufs Krankenlager, von dem er sich nicht mehr erholte.