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Gegen die Bauern

Wohl unter maßgeblichem Einfluß seiner Gemahlin Anna neigte Georg etwa seit 1520 der Reformationsbewegung zu. Ein Lutheraner wurde er in den folgenden Jahren trotzdem nicht, obwohl er aus seiner Abneigung gegen den Papst als weltlicher Machtträger kein Hehl machte.

Als die reformatorischen Lehren schließlich den Anstoß zur deutschen Revolution von 1525 gaben stand Georg fest auf der Seite der alten Obrigkeit. Er gehörte zwar nicht zu den Verfechtern einer blutigen. kompromißlosen Bestrafungspolitik, aber er sorgte mit Landsknechtfähnlein im sogenannten Bauernkrieg dafür, daß in Trient, in Mittelschwaben, im Allgäu und im Hochstift Salzburg die alte Feudalordnung wieder hergestellt wurde. Ein Jahr später war es nicht zuletzt seinen militärischen Fähigkeiten zuzuschreiben, daß der große Tiroler Revolutionär Michael Gaismair mit seinem Plan eines Gottesstaates der Bauern und Bergarbeiter in den Alpen scheiterte. Georg von Frundsberg Beiträge zum Niederwerfen der Revolution des gemeinen Mannes haben manchen Schatten auf seinen Ruhm geworfen, damals schon und auch in der Einschätzung vieler Historiker. Ein Allgäuer Bauer prophezeite ihm im Juli 1525 die Abrechnung beim Jüngsten Gericht für sein Vorgeher gegen das Bauernheer. Dennoch könnte eine solche Beurteilung das im wesentlichen positive Frundsbergbild nicht verdrängen.